Der amtierende Landrat im Saale-Orla-Kreis, Frank Roßner, hat die Wiederwahl im ersten Anlauf verpasst. Für den SPD-Kandidaten stimmten bei der Kommunalwahl am Sonntag 35,5 Prozent der Wähler, wie der Landeswahlleiter am Abend vorläufig mitteilte. Damit verfehlte er die erforderliche Mehrheit. Auf CDU-Kandidat Thomas Fügmann entfielen 30,6 Prozent der Stimmen. Beide müssen nun in zwei Wochen zur Stichwahl antreten. SPD und CDU zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden.
Für Thomas Hofmann (Linke) stimmten 11,8 Prozent der Wähler, für Volker Ortwig (FDP) 7,5 und die Andreas Scheffczyk von der Unabhängigen Bürgervertretung/Freien Wählergemeinschaft (UVB) 14,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent.SPD-Parteichef Christoph Matschie sagte, dass Roßner gezeigt habe, "dass mit der SPD bei den Kommunalwahlen zu rechnen sein wird". Bei fünf Kandidaten sei mit einem weiteren Wahlgang zu rechnen gewesen. Roßner gehe aber als Favorit in die Abstimmung. Das Ergebnis zeige, dass die Wähler seine Arbeit honorierten. Die gute Entwicklung im Landkreis trage ganz deutlich seine Handschrift, sagte er weiter. Roßner ist seit 2000 Landrat. Er kandidiert für eine dritte AmtszeitZwtl.: CDU sieht bürgerliches Lager im Aufwind
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wertete das Ergebnis als guten Startschuss ins Wahljahr. Fügmann habe einen etablierten Landrat und SPD-Vize in die Stichwahl gezwungen.
CDU-Generalsekretär Mario Voigt sprach von einem hervorragenden Ergebnis. 30 Prozent seien sehr gut bei fünf Kandidaten. Äußerst zufrieden äußerte er sich über das schwache Abschneiden der Linke. Mit Blick auf die Stimmanteile der FDP und der UVB blicke er zuversichtlich auf die Stichwahl und das schwächere linke Lager aus SPD und Linke. Die Stichwahl ist für den 29. Januar angesetzt.
Linke-Parteichef Knut Korschewsky sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass das Abschneiden des eigenen Kandidaten unter den Erwartungen liege. Gründe könnten einerseits die Polarisierung zwischen SPD und CDU sein. Andererseits habe sich wohl auch ausgewirkt, dass die Linke bei der vergangenen Wahl nicht angetreten war. Mit Blick auf die Stichwahl sagte er weiter, dass nun die Gremien im Landkreis über das weitere Vorgehen zu entscheiden haben. Er rechne aber nicht damit, dass es eine Wahlempfehlung für den SPD-Kandidaten geben werde.
Zur Wahl waren 74.000 Stimmberechtigte aufgerufen. Die Abstimmung im Saale-Orla-Kreis ist der Auftakt des Kommunalwahljahres. In den 16 anderen Landkreisen oder kreisfreien Städten sind Urnengänge für den 22. April angesetzt. Neben neuen Landräten werden auch die Oberbürgermeister in den sechs kreisfreien Städten sowie zahlreiche Bürgermeister gewählt.
Quelle: dapd